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VISIONARY INSIGHTS

Die Wichtigkeit von Tageslicht

Jordan Doria
26. Juni 2018

Tageslicht ist gesund. Diese wohlbekannte Aussage wurde in zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen bewiesen. In einer Umfrage aus dem Jahr 2012 haben 99 % der befragten amerikanischen Architekten den positiven Einfluss von Tageslicht auf die Gesundheit bestätigt.Nahezu identisch waren die Ergebnisse bezüglich den Vorteilen einer Sichtverbindung nach aussen.2

Dennoch fehlt dem Grossteil der Bevölkerung immer noch ausreichend Tageslicht. Zirka 33 % aller Bürokräfte in den USA3 und 42 % der Belegschaft in Europa und dem Nahen Osten4  geben an, dass sie wenig bis gar kein Tageslicht am Arbeitsplatz haben.

Gründe für Diskrepanz

Obwohl die steigenden Bedürfnisse der Gebäudenutzer sowie die Vorteile von Tageslicht bekannt sind, wird dies in der Gebäudeplanung weiterhin zu wenig berücksichtigt. Dafür gibt es zahlreichreiche Gründe. Die fünf wichtigsten sind unterhalb aufgeführt.5

  1. Neubau vs. Renovation. Obwohl in jüngster Zeit vermehrt Glassfassaden in Neubauten installiert werden, sahen unsere Bedürfnisse vor Jahren noch ganz anders aus, wie Gebäude aus früheren Baujahren mit kleinen Fensterfronten zeigen. Wie kann garantiert werden, dass die aktuellen Neubauten den zahlreichen Anforderungen der künftigen Nutzer standhalten können? Der Blog von Stantec versucht Antworten auf diese Frage zu finden.
  2. optimale Sichtverhältnisse vs. Blendung. Grössere Fensterfronten verursachen auch Blendung und einen höheren Wärmeertrag. Aus diesem Grund werden bei der Gebäudeplanung oft Kompromisse hinsichtlich des Nutzerkomforts eingegangen, um diese negativen Einflüsse einzudämmen.
  3. Bedürfnis vs. Realisierbarkeit: Es bestehen zahlreiche unterschiedliche Bedürfnisse und Ansprüche an ein Gebäude. Der Wunsch nach mehr Tageslicht seitens der Gebäudenutzer kann nicht immer erfüllt werden, da bei der Planung auch andere Einflussfaktoren, wie beispielsweise die Kosten oder die Rentabilität berücksichtigt werden müssen.
  4. Experten vs. Laien: Auch für Experten der Baubranche ist es eine Herausforderung den Messwert von Tageslicht zu verstehen. Diese Komplexität ist bei der Planung von Strategien gegen Blendung problematisch, da zu oft auf herkömmliche Lösungen gesetzt wird.
  5. messbare vs. glaubhafte Werte: Eine weitere Herausforderung ist die objektive Messbarkeit der Vorteile von Tageslicht und einer uneingeschränkten Sicht nach draussen für ein spezifisches Gebäude. Trotz vereinzelten Forschungsarbeiten, sind weitere Studien notwendig, um ein globales Verständnis zu schaffen.

Überbrückung der Diskrepanz und latente Nachfrage

Die oben aufgeführten Gründe lassen sich auf das betriebsökonomische Konzept der latenten Nachfrage zurückführen. Dieses besagt, dass von Kundenseite ein Wunsch nach einem bestimmten Produkt besteht, dieses aber noch nicht auf dem Markt verfügbar ist. Das heisst, dass obwohl wichtige Akteure in der Baubranche sich mehr Sonnenlicht im Raum wünschen, der Markt grösstenteils hinterherhinkt. SageGlass versucht mit seiner dynamischen Verglasung diese Marktlücke zu schliessen und den Anforderungen der Gebäudenutzer gerecht zu werden.

 

Jordan Doria ist Senior Channel Marketing Manager bei SageGlass. Bereits seit zehn Jahren ist er in der Baubranche tätig. Seinen Bachelor- und Masterabschluss hat er zuvor an der amerikanischen Universität Villanova University in Politikwissenschaften erhalten. Ihn interessieren vor allem Gebäude, die sowohl dem Menschen als auch der Umwelt einen Mehrwert bieten.


 

1 Von SageGlass beauftragte und von Hanley Wood durchgeführte Studie aus dem Jahr 2012, in der 479 Architekten aus verschiedenen Landesbereichen der USA befragt wurden.

2 Ibid

3 Saint-Gobain und SageGlass beauftragten gemeinsam das Unternehmen Amplitude Research mit der Befragung von 400 Mitarbeitern in den USA vom 22. März bis 1. April 2016.

5 In nahezu allen Diskussionen im Immobilienbereich geht es u. a. um die Diskrepanz zwischen den Prioritäten der Bauträger/Investoren und den Eigentümern/Nutzern. Bei Projekten, die von Bauträgern geleitet werden, stehen die Anschaffungs- und Lebenszykluskosten (wie wohl auch die Qualität insgesamt) an zweiter Stelle (wenn sie überhaupt diskutiert werden).

 

Zusätzliche Informationen: