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High-Tech in Glas

SageGlass® am neuen Produktions- und Verwaltungsgebäude der Hamilton Bonaduz AG

29. Juli 2019

Der Life-Science- und Medizintechnik-Konzern Hamilton Bonaduz hat jüngst in Domat/Ems einen weiteren Verwaltungs- und Produktionsstandort eröffnet. Die Fassade des Neubaus besteht aus Photovoltaikflächen und Ganzglaselementen, die mit dem elektrochromen SageGlass ausgestattet sind. Die Technologie gewährt freie Aussicht bei gleichzeitigem Sonnenschutz.

Die in Bonaduz im Bündner Rheintal angesiedelte Hamilton Bonaduz AG ist auf dem Markt als Hersteller hochautomatisierter Geräte und Verbrauchsmaterialien für das Gesundheitswesen bekannt. Als Antwort auf die steigende Nachfrage nach ihren Produkten errichtete die Firma 2018 ein weiteres Werk in der Nachbargemeinde Domat/Ems. Das Grundstück, ein ehemaliges Sägewerkareal, liegt am Ortseingang und grenzt direkt an eine Autobahn. Die Planung des Neubaus übernahmen Domenig Architekten aus Chur. Für die Fassade zeichnet die GKP Fassadentechnik AG aus Aadorf verantwortlich.

Konzipiert ist das Bauwerk als viergeschossiger und zur Straße hin zweiseitig gläserner Kubus mit rund 15 000 Quadratmetern überbauter Fläche. 2836 Quadratmeter Ganzglasfassaden umhüllen das 8,5 Meter hohe Erdgeschoss sowie die darüber liegenden Ebenen für Verwaltung, Entwicklung, Design und Qualitätssicherung, aber auch Teile des rückwärtigen Bereichs. Eine 1428 Quadratmeter große hinterlüftete Industriefassade mit Zickzack-Alu-Fassadenblech und Photovoltaik-Elementen umfasst Hochregal- und automatisches Kleinteillager. Der größte Teil der rund 4000 Quadratmeter großen Solaranlage befindet sich jedoch auf dem Dach. Die Tragkonstruktion des Neubaus wurde aus Gründen räumlicher Flexibilität und der Wirtschaftlichkeit wegen als Skelettbau realisiert. Dieser besteht aus vorfabrizierten Betonstützen sowie Ortbetonwänden und -decken. Treppenhäuser sowie vertikal angeordnete Versorgungsschächte steifen das Tragwerk zusätzlich aus.

Die Ganzglasfassade setzt sich aus 800 Elementen der Standardmaße 3 x 1 Meter (Höhe x Breite) zusammen. Ausgeführt wurden die Scheiben als elektronisch sich tönendes Dreifach-Isolierglas (SageGlass). Der Ug-Wert beträgt 0,6 W/m2K. Der Schalldämmwert liegt bei Rw = 38 dB. Als tragende Fassadenkonstruktion kommen pulverbeschichtete Aluminium-Sonderprofile zum Einsatz, die zur Sicherstellung der statischen Anforderungen mit Stahleinlagen versehen sind.

Am Standort des Bauwerks herrschen oft starke Föhnwinde. Daher war in Bezug auf einen effizienten Sonnen- und Blendschutz eine bauliche Alternative zu außenliegenden Verschattungssystemen gefragt. Als optimale Lösung bot sich hierfür das elektrochrome SageGlass an: An einer im Isolierglas aufgebrachten metallischen Fünffachbeschichtung wird eine elektrische Spannung angelegt, wodurch sich die Farbe des Glases verändert. Je nach Stärke des elektrischen Impulses tönt sich die Scheibe unterschiedlich stark. Möglich sind vier Schaltstufen, die automatisiert, optional aber auch manuell bedienbar sind. Der g-Wert der Scheiben reicht von 3 Prozent (dunkel) bis 36 Prozent (hell). Auch in getöntem Zustand lassen die Gläser ausreichend Tageslicht ins Gebäudeinnere und gewähren den Mitarbeitern freie Sicht nach außen. Darüber hinaus sorgen sie für eine angenehme Raumtemperatur und tragen so wesentlich zum Komfort im Gebäude bei.

Im Gegensatz zu mechanischen Sonnenschutzlösungen funktioniert der Sonnenschutz durch SageGlass vollkommen geräuschlos. Zudem lassen sich Heizungs- und Klimatisierungskosten sparen, kostspielige Wartungs- und Reinigungskosten entfallen. Gerade bei Hamilton Bonaduz ergibt sich so ein hohes Kosteneinsparpotenzial – zumal die Beschattung ausschließlich über das elektrochrome Glas erfolgt.

Weitere Glaselemente, die ebenfalls mit SageGlass Technologie ausgerüstet sind, finden sich an den Oberlichtern des Bauwerks. Neben dem Energie- und Sonnenlichteintrag waren hier insbesondere mögliche Schneelasten zu berücksichtigen.

„Investor und Architekt hatten unsere Technologie von Anfang an in ihre Überlegungen einbezogen“, sagt Christian Scheidegger, Architectural Project Manager bei SageGlass. „Es war klar, dass es ein hochtransparentes Gebäude werden sollte, ein externer Sonnenschutz aber nicht infrage kommt. Die Ansichten sind gleichmäßig strukturiert, was auf die detaillierte Fassadenplanung durch die GKP Fassadentechnik AG zurückzuführen ist. Die Gläser haben fast alle die gleichen Maße. Das vereinfachte die Umsetzung. Insofern sind Architektur und Produkt optimal aufeinander abgestimmt.“